| Sprechzeiten: | |
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| Montag | 16.00-17.00 Uhr |
| Dienstag | 14.30 – 15.30 Uhr |
| Mittwoch | 09.30 – 10.30 Uhr |
| Donnerstag | 16.00 – 17.00 Uhr |
Die Schuldnerberatung des Kreisverbandes der Arbeiterwohlfahrt Fulda e.V. berät und begleitet Menschen in finanziellen Notlagen.
Neben der Schuldnerberatung bietet die Arbeiterwohlfahrt auch die Insolvenzberatung an, da die Schuldnerberatung der AWO eine nach §305 Abs. 1, Nr.1 Insolvenzordnung vom Regierungspräsidium Kassel anerkannte Stelle ist. Sie ist berechtigt, die für einen Antrag auf Eröffnung des Verbraucherinsolvenzverfahrens erforderliche Bescheinigung über einen gescheiterten außergerichtlichen Einigungsversuch auszustellen.
Grundsätzlich ist festzustellen, dass die Schuldner- und Insolvenzberatung der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Fulda e.V. von einem Klientel, welches zum einen Leistungen nach dem SGB II und zum anderen Teil Arbeitsentgelt bezieht, aufgesucht wird. Es stellt sich immer wieder heraus, dass die Bearbeitung der Schuldenproblematik von den Klienten/innen selbst gewünscht sein sollte, um zu einem erfolgreichen Beratungsverlauf zu gelangen. Der größte Anteil der Beratenen glaubt, mit der Bereinigung der Schuldensituation eine Veränderung des Konsumverhaltens zu erreichen. Der reflektierte Umgang mit finanziellen Mitteln, der im Rahmen des Prozesses der Schuldnerberatung angestoßen wird, bietet hier eine Unterstützung. Die Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Fulda e.V. sieht in der Schuldnerberatung die Hilfe zur Selbsthilfe für die Klienten/innen. Der Großteil der Beratenen erlebt sich dabei als autonome Gestaltungskraft der persönlichen Situation, was zu einer Steigerung des Selbstwertgefühles und des Selbstbewusstseins führt.
Eine Form der Entschuldung ist das Verbraucherinsolvenzverfahren. Dieses Verfahren ist für einige Klienten die einzige Möglichkeit, ihre Schuldenproblematik dauerhaft zu lösen. Die Vorbereitungen für das Insolvenzverfahren, einschließlich der Unterstützung beim Ausfüllen des umfangreichen Antragsformulars, ist bei der Schuldnerberatung der Arbeiterwohlfahrt möglich und wird gerne in Anspruch genommen.
Es wurden von der Schuldnerberatung der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Fulda e.V. im Jahr 2008 insgesamt 335, im Jahr 2009 insgesamt 379 Klienten und Klientinnen beraten. Für die Betroffenen konnte damit eine Perspektive aus der finanziellen Belastungssituation aufgezeigt werden, was sich positiv auf ihre psychosoziale Situation auswirkte. Die konjunkturelle Entspannung am Arbeitsmarkt in der Jahresmitte 2008 machte sich nur leicht bemerkbar.
In den nachfolgenden Übersichten erfolgt die Aufteilung der Beratungen getrennt nach Leistungsempfängern von Arbeitslosengeld II (SGB II )und den übrigen Beratungen. Innerhalb der Arbeitlosengeld II – Empfänger wird in Klienten mit einem Beratungsgutschein des Amtes für Arbeit und Soziales sowie ohne diesen Beratungsgutschein unterschieden. Da die Verschuldung dieser Personengruppe oft zu einem Vermittlungshemmnis führen, ist es wichtig, Lösungsmöglichkeiten für die Bereinigung der Schuldensituation aufzuzeigen. Der große Anteil von Klienten ohne Beratungsgutschein für eine Schuldnerberatung zeigt, dass offensichtlich diese Gruppe gegenüber dem Amt für Arbeit und Soziales ihre Schuldenproblematik verschweigt. Die Gründe hierfür lassen sich nur vermuten. Hierbei können Scham oder die Furcht vor Sanktionen genannt werden.
Aus Sicht der Schuldnerberater/innen kann festgestellt werden, dass bereits ein Großteil der Schulden im jungen Erwachsenenalter gemacht wurde. Ein häufiger Grund ist die Unwissenheit über die Konsequenzen vertragliche Verpflichtungen sowie unreflektiertes Konsumverhalten. Frühzeitige Schuldenprävention ist deshalb dringend erforderlich.
In Kooperation mit Hessencampus-Fulda und dem AWO-Bildungswerk Gießen e.V. sowie mit der Unterstützung des Fördervereins Netzwerk Hauptschule – „fit für die Ausbildung e. V.“ - bietet die Schuldnerberatung des AWO Kreisverbandes seit 2009 erstmalig ein Präventionsprojekt an Schulen an. Ziel ist es, die Schüler und Schülerinnen frühzeitig und möglichst vor Eintritt der Geschäftsfähigkeit, in ihrer Finanz-kompetenz und Eigenverantwortlichkeit zu stärken und über Schuldenrisiken aufzuklären.
Eine Fachkraft der AWO - Schuldnerberatung führte kostenlose Veranstaltungen zu den Themen Geld, Konsum und Schulden im Rahmen des Förderunterrichtes Mathe / Wirtschaft des Projektes „Netzwerk Hauptschule“ an der Wernher - von- Braun-Schule in Neuhof und der Lüdertalschule in Großenlüder durch. Das Projekt wird finanziert durch Hessencampus-Fulda.